7. Oktober 2013

Acrylbilder mit Discounter-Material

Manchmal ist es wirklich gruselig, was man mit Farben alles anstellen und erschaffen kann... Mir ergeht es immer so, dass, wenn ich an einem Aquarellbild oder vor der Leinwand hocke, ich jedes Mal denke: Das kann doch niemals was werden, das sieht so belämmert aus! Zumindest während der ersten Hälfte des Arbeitsprozesses, doch während der zweiten Phase nimmt das Bild immer mehr Gestalt an, die Farben fügen sich immer mehr ineinander und durch gewisse Farb- und Schattengebung bekommt alles den richtigen Schliff. In Sachen Aquarell habe ich mir nun durch Üben eine gewisse Routine angeeignet, wodurch ich nicht mehr ganz so unsicher bin und mittlerweile bin ich mit den Ergebnissen recht zufrieden. Heißt konkret, die Sachen sind vorzeigbar, dennoch will ich noch viel lernen und ausprobieren, vor allem was Dynamik angeht. Was Leinwände und Acrylfarben angeht bin ich allerdings noch sehr unsicher und in der Vergangenheit habe ich nur äußerst selten mit diesen Materialien gearbeitet, da ich, wie anfangs auch mit Aquarell, einen Heidenrespekt vor den Farben habe.

Erstes Acrylbild nach langer Abstinenz
Acryl ist nochmal eine ganze Spur anders als Aquarell und verlangt ein höheres Maß an Präzision, wobei das auch vom Künstler und dem Stil abhängt, den derjenige verfolgen möchte. Neben der Genauigkeit bei der Führung des Pinsels, braucht man noch ein Gefühl für Farben und Gematsche eben dieser. Klingt irgendwie konträr, Präzision und Farbengepansche, aber diese Erfahrungen habe ich nun bei meinen letzten Acrylbildern gemacht. Ich bin jemand, der nicht viel Geld bei Dingen ausgeben möchte, mit denen ich (noch) nicht vertraut bin und so kaufe ich bei Bedarf Leinwände und Acrylfarben nicht im Künstlerbedarf, sondern bei Nanunana oder Aldi, wenn sie gerade dort im Handel sind. Ich bin da wirklich geizig, auch wenn ich mir sonst allen Firlefanz hole. Für den ganz normalen Gebrauch und vor allem als Anfänger reichen diese Utensilien aber allemal und man braucht auch gar nicht mal so viele Farben, denn die meisten kann man sich wunderbar mischen. Noch feile ich allerdings an der richtigen Menge an Farbe, die ich zum Malen und Mischen auf mein Brettchen gebe, denn meist ist es viel zu viel, selbst wenn der Klecks am Anfang noch wenig aussieht. Für das obige Bild habe ich kleinere Tuben von... ich glaube Nanunana benutzt und zwar schwarz, weiß, kaminrot, ocker, und gelb, die Farbstufen sind natürlich gemischt.

The Joker, Batman / Dauer: 2-3 Stunden
Für dieses Bild habe ich gerade mal vier Farben benutzt: Lampenschwarz, Titanweiß, Karminrot und Permanentgrün. Die Farben stehen so auf den Tuben, diese sind was größer und von CPM, gekauft bei Aldi, kann mich aber auch irren. Das Bild ist mein Geburtstagsgeschenk an meinen Bruder, der von zu Hause ausgezogen ist und im neuen Wohnzimmer befindet sich eine rote Wand, da passte der Joker einfach wunderbar hin. Zur Technik: Ich habe gemerkt, dass es für mich einfacher ist, wenn mit einer dunklen bis mitteldunklen Farbe beginne und dann, solange der Farbauftrag noch nass ist, mit weiß darüber gehe, sodass sich die Farben, hier im Bild die graue Farbe im Gesicht, miteinander verblenden. Dadurch entsteht eine für mich sehr ansprechende Strichführung, denn ich finde, dass auch Acryl nicht zu 100% sauber aussehen muss. Ein bisschen antrocknen lassen und wieder mit grau drüber und so lange mit weiß verblenden, bis man den gewünschten Hautton mit Schatten gefunden hat. Dies funktioniert im Grunde mit allen Farben und nicht nur für Haut.

"Applause" Single Cover, Lady Gaga / Dauer: 3 Stunden
Bei dem Bild ist es offensichtlich, dass ich mehr Farben benutzt habe, sechs insgesamt, aber dennoch wurde viel gemischt, oft mehr auf der Leinwand selbst statt auf dem Holzbrettchen. Dieses Portrait ist für meinen jüngsten Bruder, der zum Studium ebenfalls das heimelige Nest verlassen hat, doch der hatte bereits im September Geburtstag und ich hatte bis dahin null Inspiration, was ich ihm für die Wohnung malen sollte, da er keine wirklichen Hobbys besitzt und auch sonst ist es eher schwierig zu erraten, was er besonders gerne mag und was nicht. Als ich dann heute nach ewigen Zeiten mal wieder Viva eingeschaltet habe und mir Lady Gagas neues Video übers TV flimmerte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, denn mein Bruder mag sie und ihre Musik, und ich finde das Cover mit den Farbschmierern auf ihrem Gesicht ganz gut, deswegen entschloss ich mich zu diesem Motiv und stellte es heute Nachmittag fertig. Während der Arbeit hatte ich das oben bereits genannte Gefühl, dass das nix werden kann, besonders bei den Augen, aber nun finde ich es am Ende doch noch ganz gut und kann es mit ruhigem Gewissen verschenken.

Nun muss ich meinen kleinen Vorrat an Leinwänden demnächst wohl wieder aufstocken, ich habe nur noch eine kleinere und verspüre immer noch den Drang, wieder etwas Neues mit Acryl zu malen, aber zuerst muss ich wieder eine Idee haben...

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